Boogie Woogie
Boogie-Woogie steht für Lebensfreude, für Bewegung und für Freiheit. Der Boogie-Woogie ist viel mehr als nur ein paar Tanzschritte. Und genau das bemerken Sie, wenn Sie den Paaren zusehen. Die Musik zu interpretieren, die vielen Schrittvarianten zu perfektionieren, neue Figuren zu kreieren und die Musik in Bewegung umzusetzen, das ist das Ziel der Paare. Es ist (fast) alles erlaubt. Jeder Schritt, jede Figur und auch jede Art von Körperbewegung à solange Sie die Botschaft „Boogie-Woogie“ unterstreicht: Fun, Spaß und Aktion! Und das für jedes Alter! Also trauen Sie sich und schauen bei einer unserer Vereine in Wien vorbei. Sie werden sehen, dass auch Sie sich mit dem Rock´n´ Roll und Boogie-Woogie-Fieber infizieren werden.Geschichte des Boogie Woogie
Tatsächlich handelt es sich beim Boogie Woogie um einen Vorläufer des Rock ’n’ Roll. Beide Tänze haben gemeinsamen Vorfahren, den Swing. Dessen Wurzeln liegen in den Musikkneipen der US-amerikanischen Schwarzen-Ghettos 20er Jahre.
In einem dieser Etablissements, dem "New York Savoy Ballroom" im Herzen Harlems, wurde mit dem Swing erstmalig ein Paartanz kreiert, der nicht auf vorgeschriebenen Schrittfolgen basierte, sondern allein von der Improvisation der Tänzer und Tänzerinnen lebte. Der Tanz schien geradezu revolutionär: (fast) alles war erlaubt – Hauptsache, die Paare bewegten sich im Takt der Musik. So konnte sich beim Swingtanz die spielerische Bewegungsfantasie der Schwarzen mit typisch weißen Tanzelementen vermischen.
Nur wenige Zeit später erfuhr der Swing eine Abwandlung - den Lindy Hop. Eine weitere – wenn auch nicht ganz so bekannte – Swing-Variation nannte sich Jitterbug.Nach dem Untergang des "Tausendjährigen Reiches" schwappte dann die Swingmusik, vorgetragen von riesigen Bigbands, unaufhaltsam über den Atlantik. Und mit der Musik kam ein ganz neuer Tanz – der Boogie Woogie.
Diesmal handelte es sich jedoch nicht nur um eine reine Namensänderung des Swingtanzes – die Swingmusik selbst hatte eine Veränderung erfahren. Der gute alte Blues war in Amerika neu überarbeitet worden, mit einer fließenden Pianospielweise, aufgebaut auf der Bassbegleitung der linken Hand. Das spiegelte sich auch im Tanzstil wider: Obwohl der Boogie Woogie im Prinzip so getanzt wurde wie der Swing, kamen die Paare nicht ins Schaukeln. Dazu war bei der schnellen Musik gar keine Zeit. Rasend schnelle Füße, allein aus der Hüfte getanzt. Der Boogie-Rhythmus, viel schneller als zuvor beim Swing, war wie ein Rausch, der oft bis zur körperlichen Erschöpfung ausgelebt, getanzt wurde.
Der Boogie Woogie-Tanz ist moderner geworden. Vor allem in den 70er und 80er Jahren, als sich der Tanz in Berlin einer erneuten Renaissance erfreute, erinnerte sein Grundschritt und der Tanzstil mehr an den Rock ’n’ Roll der 50er Jahre, als an den super-schnellen Boogie der späten 40er.
Doch diese wilden Jahre sind heute Geschichte. Back to the Roots heißt das Motto. Musikinterpretation, aus der Hüfte getanzt, mit schnellen Füßen – damit hebt sich das Boogie-Tanzpaar von anderen Paaren ab. Seit einigen Jahren fließen immer mehr Swingelemente in den Boogietanz ein – eine Entwicklung, die sich auch am veränderten Musikgeschmack der Tänzerinnen und Tänzer ablesen lässt. Statt nach typischer Piano-Musik tanzt man hier auch schon mal nach "Rock around the Clock" oder swingigem Bigbandsound.
Es ist also nicht verwunderlich – um auf die Anfangsbemerkung dieses Textes zurückzukommen –, dass der eine oder andere im Boogie Woogie den guten alte Rock ’n’ Roll wieder zu erkennen glaubt. Schließlich steht auch beim heutigen Boogie Woogie – neben dem Spaß am Tanzen - die Freude an der Musik der 40er und 50er Jahre im Mittelpunkt.
Boogie Woogie Turniertanz
Für Boogie-Woogie gibt es folgende Startklassen:
- Junioren Klasse (Juniors): bis einschließlich 17 Jahre.
- Hauptklasse (Main): darf ein Paar weder in der Junioren noch der Seniorenklasse starten, so muss es in der Hauptklasse starten.
- Oldie oder Senioren Klasse (Seniors): einer des Paares muss mindestens 35 Jahre alt sein, der andere mindestens 40 Jahre.
- Formation: 4 Paare (Quartett Klasse) oder 4 bis 8 Paare (Master Klasse), keine Altersbeschränkung.
In Österreich findet man auch die sogenannte Show Klasse, in der alle Altersklassen gemischt antreten, mit einer im vorhinein einstudierten Choreographie.
Quelle: Wikipedia - die freie Enzyklopädie